Area geht zu Ende

„Made in Germany“-Strategie gesichert: Sanierung von Kahla Porzellan abgeschlossen

Nach 26 Jahren überträgt die Familie Raithel die erfolgreiche Lifestylemarke und das moderne Porzellanwerk Kahla in Thüringen an einen neuen Gesellschafter. Damit endet auch die bisherige Sanierung in Eigenverwaltung.

Nachdem der auch international tätige Porzellanhersteller Kahla Porzellan durch einen fehlgeschlagenen Großauftrag in einen Liquiditätsengpass geraten war und Anfang März 2020 Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden musste, wurde die Sanierung nun am 1. September durch einen Asset Deal erfolgreich abgeschlossen, wie das Unternehmen mitteilte. „Ich freue mich sehr, dass die Zukunft des Porzellanwerks in Kahla gesichert ist. Dem Freistaat Thüringen bleibt nicht nur ein Arbeitgeber, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte und eine Vorzeigemarke erhalten“, so der vom Amtsgericht Gera bestellte Sachwalter und Rechtsanwalt Kai Dellit. Gesteuert wurde die nun erfolgreiche Eigenverwaltung des Porzellanproduzenten von Holger Raithel, Geschäftsführender Gesellschafter von Kahla, sowie vom Rechtsanwalt der Kanzlei Wallner Weiß, Dr. Jürgen Wallner. Zum September hat nun Senator-Gesellschafter Daniel Jeschonowski das thüringische Unternehmen übernommen und führt es unter der Firmierung Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen GmbH mit 175 Mitarbeitern weiter. Der erfahrene Manager sanierte bereits 2016 den hessischen Werbeartikelhersteller und -veredler Senator. „Ich bin erleichtert, dass das Lebenswerk meiner Familie nach 26 Jahren von einem klugen Kopf mit moderner Führungsphilosophie weitergeführt wird. Ich hätte mir kein besseres Resultat der Eigenverwaltung wünschen können. Ich danke Herrn Jeschonowski für seinen unternehmerischen Mut, seinen visionären Geist und seine Verbundenheit zum Fertigungsstandort Kahla“, erklärt sich Holger Raithel zufrieden. Auch Jeschonowski freut sich auf die neue Aufgabe: „Nichts ist für einen deutschen Unternehmer nachhaltiger, zukunftsorientierter und sinnstiftender, als wertige Produkte in der Heimat zu fertigen und zu individualisieren. Eine konsequente Made in Germany-Strategie ist sowohl für die Senator GmbH, als auch für Kahla der richtige Weg, Alleinstellungsmerkmale am globalen Markt zu erhalten und zu schaffen. (…) Ich blicke voller Zuversicht und Tatendrang in die Zukunft einer erstklassigen Lifestylemarke mit starken Handelspartnern in den vier Geschäftsbereichen Haushalt, Hotellerie und Gastronomie, Werbemittel und Auftragsfertigung. Ich werde mich voller Respekt und Dankbarkeit um Kahla kümmern.“

Eine Ära voller Investitionen

Die Inhaberfamilie Raithel hatte viel in ihr Traditionsunternehmen investiert: Moderne Technologien, preisgekrönte Designkollektionen und patentierte Materialinnovationen, kreative Nachwuchsförderung und starke regionale und internationale Allianzen. „Wer sich noch erinnert, in welchem katastrophalen Zustand sich das Porzellanwerk im Saaletal befand, als ich es im Jahr 1993 übernahm, wird verstehen, dass ich mit Stolz auf die vergangenen Jahre zurückblicke. Bis zum heutigen Zeitpunkt flossen 35 Millionen Euro in die Modernisierung der Kahla/Thüringen Porzellan GmbH, ein Großteil davon in den Maschinenpark, in Robotik und in Ressourcen- und Umweltschutz.“, erklärt Günther Raithel. Dafür investierte er bereits vor zehn Jahren in die Nachhaltigkeitsstrategie „KAHLA pro Öko“, installierte eine Photovoltaikanlage, reduzierte den CO2-Ausstoß mithilfe modernster Ofentechnologie und nahm eine Brauchwasseraufbereitungsanlage in Betrieb. Der Neugründer des Unternehmens wurde für seine Verdienste im Jahr 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt und 2020 auf der Ambiente in Frankfurt mit dem internationalen „Lifetime Achievement Award“ für sein Le- benswerk ausgezeichnet.

Kontakt: www.kahlaporzellan.com